Kommentar: Verfahren gegen einen Priester des Erzbistums Paderborn eingeleitet

Hier fragt sich der mehr oder weniger geneigte Leser zurecht, ohne eine Schuldfrage zu beleuchten, in welchen Spähern im Erzbistum Paderborn Pressemitteilungen verfasst und veröffentlicht werden.

Fangen wir mal mit dem jähen Löschen der Mitteilung an. Gehen die „Herr*Innen“ davon aus, dass sie nur Pflichtmitteilungen machen, die dann Keiner liest und die man(n) dann schnell wieder löscht, wenn sie unangenehme Wellen schlagen? Transparenter Umgang mit der Öffentlichkeit geht irgendwie anders…

Und nun zum Inhalt! Weiß man in Paderborn nicht um die Skandale der letzten Zeit, in die die katholische Kirche verwickelt war und ist? Da wird ein Satz mit folgendem Inhalt in die Welt geblasen:

„…stehen Vorwürfe verhaltensbezogener Art. Das Erzbistum Paderborn hat die vorgeschriebenen kirchenrechtlichen Verfahren eingeleitet und die staatlichen Stellen umgehend in Kenntnis gesetzt…“

um dann wiederum im letzten Satz folgendes ernsthaft zu verbreiten:

„…Weitergehende Informationen können aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes seitens des Erzbistums Paderborn nicht gegeben werden…“

Mit was für einem Gedankenkarussel wird man hier zurückgelassen? Angesichts der aktuell moralisch prekären Verhältnisse in der katholischen Kirche fallen hier Wörter wie „…Vorwürfe verhaltensbezogener Art…“ und „… staatliche Stellen umgehend in Kenntnis gesetzt…“, was soll man sich da zusammenreimen? Was meinen Marketingmenschen mit solchen Formulierungen sogenannten „Schönsprech“, wenn sie von „verhaltensbezogener Art“ und „staatliche Stellen“ schreiben?

Was dem Ganzen dann auch noch die Krone aufsetzt ist der Anfang des letzten Absatzes mit dem im Kontext mehr als lächerlich wirkenden Verweis auf den Persönlichkeitsschutz. Für wen, bei Nennung des Namens und des ehemaligen Arbeitsplatzes? Hier hätte man dann aber mindestens handwerklich anders formulieren können.

Wie weit von Oben herab hätte man eine solche Mitteilung noch besser verfassen können? In Paderborn fühlt man sich oder ist dem Anschein nach immer noch eine abgeschottete klerikale Elite, gegenüber seinem Glaubensgesinde und dem Rest der Gesellschaft. Es geht immer weiter mit Vertuschen, Verleugnen und sich wie üblich gegen Aufklärung und Offenheit stellen und aus Tätern Ofer machen…

Wie kann man eine solche Institution weiter unterstützen ohne Gewissenskonflikte.

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