Erhöhung der Grundsteuer B

Zur Erhöhung der Grundsteuer B in der Gemeinde Welver veröffentlichte der Soester Anzeiger heute einen Leserbrief von Franz-Josef Berz. Im folgenden der Orginal-Text!

 

Soester Anzeiger                                                                             Scheidingen, 25.01.2016

Lokalredaktion Welver

Leserbrief zur Erhöhung der Grundsteuer B (Hebesatz auf 735 Punkte)

Endlich in der Champions- League

 Das zähe und unerträgliche Ringen hat endlich ein Ende. Die Gemeinde Welver ist nun endgültig in der Champios-League angekommen. Eine Mehrheit im Rat aus CDU, BG und Welver 21, hat der Erhöhung der Grundsteuer B von 595 Punkte auf 735 Punkte zugestimmt. Das sind fast satte 24% Aufschlag. Damit ist das das Rumgedümpel in der Europa-League endgültig Vergangenheit. Der Versuch Ende der Siebziger-Anfang der Achtziger Jahre, Welver als Olympiastützpunkt zu etablieren, ist ja völlig in die Hose gegangen.

Aber nun ist man im Konzert der ganzen „Großen“ dabei. Mit dem Hebesatz kann man sich sehen lassen. Mitleidsvoll können wir nun auf Städte schauen wie Schloß Holte-Stuckenbrock, die mit einem jämmerlichen Hebesatz von 280 Punkten auskommen müssen. Ja das reicht doch höchstens für die Kreisklasse. Wie können die nur existieren?

Dortmund nimmt bei der Grundsteuer B einen Hebesatz von 650 Punkten. Und das sind schließlich die Städte, die es zu übertrumpfen gilt. Was bietet eigentlich die Stadt Dortmund ihren Bürgern für einen solch unverschämten Hebesatz?

Da gibt es U-Bahn, S-Bahn, Busse im Viertelstunden-Takt, unzählige Freizeitangebote, ein Theater und ein Opernhaus, Museen, einen Zoo, das Stadion, die Westfalenhalle, den Olympiastützpunkt der Leichtathleten, eine Fußgängerzone ohne Hügel und ohne Autos. Wahnsinnig schnelles Internet haben die! Bürger können sogar um 17:30 Uhr noch einen Personalausweis beantragen.Da gibt es auch Aldi, Edeka, Rewe, Penny!!! Und das häufig als direkte Nachbarn. Usw. usw. usw.

Was bietet Welver? Auch nach langer Überlegungszeit habe ich keine Idee. Also ist die einfache Antwort: “ Nichts!“

Zuschüsse für Vereine wurden gegen 0 gefahren. Im Gegenteil! Man packt ihnen noch kräftig in die Tasche. Ein total defektes einfaches Hinweisschild zum Scheidinger Sportplatz an der Werler Straße kann noch nicht einmal erneuert werden. Lapidarer Hinweis vom Bauhof: “ Kein Geld!“ Unglaublich!

Gut; die Geschichten die teilweise im Ratssaal abgehen sind schon à la bonne heure. Das hat wirklich nicht jede Kommune. Die Muppets sind ein Trauergemeinde dagegen.

Kümmert sich eigentlich im Rathaus Jemand um schnelles Internet für die Ortsteile? Hat in dem hohen Hause überhaupt Jemand Visionen für die Zukunft? Wird diese kleine Gemeinde, in der eigentlich alles klappen könnte, nur noch kaputt verwaltet und politisiert? Was macht der Bauhof noch in den Ortsteilen? Wo landet das Geld eigentlich? Gibt es noch Bürgerinnen und Bürger, die nicht lachen oder weinen wenn sie an Rat und Verwaltung denken?

Braucht man eigentlich eine eigene Gemeinde mit etwas über 12000 Einwohnern? Zumal ja im Rathaus anscheinend sowieso keine Aktenführung mehr statt findet. Und die halbe Verwaltung scheint sich ja eh nur um Aldi, Rossmann, Penny und Edeka zu kümmern!

So könnten sich noch unzählige Dinge auflisten lassen! 735 Punkte bei der Grundsteuer B ist durch nichts, aber absolut durch nichts gerechtfertigt.

Gewerbsteuer und Grundsteuer A werden natürlich nicht angetastet. Nur die privaten Haushalte werden geschröpft.  Funktioniert da auch schon die Lobbyarbeit? So wie in Düsseldorf, Berlin und Brüssel! Ich weiß es „Gott sei Dank “ nicht.

2014 wurde übrigens nichts erhöht! War ja Wahljahr. Ein Schelm wer Böses dabei denkt!

Freuen wir uns also auf den nächsten Bescheid der Grundbesitzabgaben! Vielleicht schafft die Gemeinde Welver ja bis dahin einen vierstelligen Hebesatz!

Franz-Josef Berz

Scheidingen

 

2 Gedanken zu „Erhöhung der Grundsteuer B

  1. Sehr geehrter Herr Berz,

    Welver steht vor dem Aus.
    Die Anhebung ist wie Sie schrieben eine frechheit gegenüber dem welveraner Steuerzahler und die Lokalpolitiker gehören m.e. alle in einen Sack gesteckt und draufgeprügelt.
    Eine Schande für die Region!

    Ich persönlich wollte eigentlich wieder zurück in die Heimat ziehen, ein kleines Häuschen bauen und die Natur rund um Welver nach Feierabend genießen…
    NEIN Danke, ich bleibe dann doch lieber in Bayern. Lieber zahle ich 20€ Miete pro Quatratmeter, als mich in Welver von den Politikern wie eine Weihnachtsgans ausnehmen zu lassen.

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