Qua vadis, SuS?

„Quo vadis, Domine“? So fragte der Apostel Petrus auf seiner Flucht aus Rom einst Jesus. Das war vor über 2000 Jahren. Es bedeutet: „Wohin gehst du, Herr“. Heute wird Quo vadis etwas freier übersetzt, und bedeutet soviel wie “ wie soll das weitergehen, oder wohin soll das noch führen. Und wenn es einen Verein gibt, der diese lateinische Phrase so offen anwenden darf, dann ist das der SuS. Am heutigen Samstag bestritt unsere D-Jugend ihr letztes Meisterschaftsspiel. (Spielbericht folgt) Es war das letzte Meisterschaftsspiel einer D-Jugend des SuS überhaupt. Es wird in Zukunft keine männliche D-Jugend mehr geben. Die, die noch D-Jugend spielen können und wollen, werden den Verein verlassen müssen, und die die das nicht wollen, werden sich vom Fußball ganz abwenden. Für eine Mannschaft unter SuS-Flagge reicht die Anzahl der Spieler einfach nicht aus. Nun hat der SuS keine A-Jugend, keine B, keine D, keine E, keine F und auch keine G-Jugend mehr. Einzig eine C-Jugend wir noch ins Rennen gehen. Und da darf man die Frage Quo vadis, SuS schon stellen. Aber interessanter ist doch die Frage:“ Woran liegt das?“

D-Jugend 15.06.13 Ist das die letzte D-Jugend des SuS? H.v.l. Trainer Markus Becker, David Presting, Julius Volmer, Justus Loeser,  Nils Becker, Jonas Berz, Moritz Berz, Niklas Grehl. V.v.l. Edona Loshaj, Daryl Flohr, Hendrik Prenger,  Jonas Schäfers, Maik Neuhaus.
D-Jugend 15.06.13 vor dem Spiel gegen unseren Namensvetter aus Günne. Das Spiel endete 5:2 für Scheidingen. Ist das die letzte D-Jugend des SuS? H.v.l. Trainer Markus Becker, David Presting, Julius Volmer, Justus Loeser, Nils Becker, Jonas Berz, Moritz Berz, Niklas Grehl. V.v.l. Edona Loshaj, Daryl Flohr, Hendrik Prenger, Jonas Schäfers, Maik Neuhaus.

Es gibt vielfältige Gründe. Demographischer Wandel, Interessen der Kinder liegen woanders, Veränderung des Alltags allgemein, Keine Trainer, Falsches Personal im Vorstand, Gleichgültigkeit des Dorfes Scheidingen. Für den SuS ist es sicherlich ein Kernproblem, dass einfach die „Spinner“ fehlen. „Spinner“ im positiven Sinne, die die Power haben, wieder etwas neues von unten aufzubauen. Wie erfolgreich es sein kann, wenn man diese „Spinner“ hat, wird bei den Damen und Mädchen des SuS deutlich. 2 von 3 Mannschaften spielen überregional. Hier sind diese 3-5 „Spinner“ immer am wuseln. Und von denen haben wir noch nie gehört, dass sie überfordert sind und zu viel arbeiten. Viele Eltern der Damen und Mädchen sind immer dabei, und packen mit an wenn sie gebraucht werden. Eigeninitiative wird in dieser Abteilung gelebt. Die Damen und Mädchen zahlen es mit tollen Leistungen und Erfolgen zurück. Sollte das beim SuS mit der männlichen Jugend so weiter gehen, dann wird in 4 Jahren, wenn die jetzige C-Jugend vom Band geht, der Untergang eingeläutet.

Was folgt dann? Nach dem Kneipensterben und der Schließung des letzen Lebensmittelmarktes,- ist dann der SuS dran? Obwohl, man sollte sich da nicht allzu viele Gedanken drüber machen. Wenn es nicht in der Zeitung erscheint, merken 90% der Scheidinger sowieso nicht, dass der SuS seine Pforten geschlossen hat.

Nachdem die letzte Kneipe zu gemacht hat, hörte man oft von Leuten, schade jetzt haben wir noch nicht einmal mehr eine Kneipe. Die Aussprüche kamen oft von Leuten, die die Kneipe gar nicht von innen kannten. Als Poggel dann noch seine Pforten schloss, hörte man oft von Leuten, schade, jetzt haben wir noch nicht einmal mehr einen Lebensmittelmarkt. Häufig kamen diese Aussagen von Leuten, die ihr Geld jahrelang woanders hingeschlört haben. Also, alles teilweise selbst geschaffene Verhältnisse.

Und wie geht es weiter, wenn der SuS dicht macht?  Wenn dem SuS schon der Nachwuchs fehlt, ist es nur eine Frage der Zeit bis es die Schützenbruderschaft, den Gesangverein, die Feuerwehr und alle anderen Vereine trifft. Was machen wir dann mit dem Dorf? Nur noch wohnen? So wie es jetzt schon 75% der Scheidinger machen! Wer engagiert sich eigentlich in diesem Dorf?

Egal wohin man schaut, bei den traditionellen Veranstaltungen der verschiedenen Vereine,- man sieht immer die gleichen Leute. Ab und an mit geringfügigen Unterschieden. Der Autor dieses Artikels kann sich an Jahreshauptverammlungen erinnern, da gab es Kampfabstimmungen, Zettelwahl, hitzige Diskussionen bis zum Abbruch der Versammlung. Und Heute? Heute muss das zur Wahl stehende oder gewünschte Vorstandsmitglied im Vorfeld bearbeitet werden und feststehen. Sonst bekommst du gar keine Mitstreiter mehr. So wird das ganze Gefüge doch in absehbarer Zukunft auseinander brechen.

Häufig werden mir wirklich gute Ideen vorgetragen. Wirklich teilweise sehr gute Ideen. Und ich denke, so geht es den Kollegen in den anderen Vorständen auch. Wenn man dann die Ideengeber bittet, bei der Umsetzung doch mit zu machen, dann gibt es entweder einen Aufschrei, oder ein lautes Stöhnen. Ich? Um Gottes Willen! Ich muss schon den ganzen Tag arbeiten, oder ich studiere ja schon, oder ich habe einfach keine Zeit. Usw. usw. usw.

Für den Fortbestand des Scheidinger Vereinsleben,gibt es daher nur 2 Möglichkeiten. Entweder der Ein oder Andere steht auf, und packt mit an. Egal wo! Oder wir warten alle ganz in Ruhe das Vereinssterben ab, wohnen nur noch, bis es sich zu Ende gewohnt hat, und der letzte Wohner macht dann das Licht aus. Es liegt in unser aller Hände was aus diesem Dorf wird! Denkt mal drüber nach.

P.S. Ihr dürft den Artikel ruhig für übertrieben halten. Das ist er aber nicht. Ihr dürft mich ruhig für verrückt halten: Bin ich! Euch darf auch alles egal sein. Mir ist es das nicht! Schon gar nicht der SuS, und die Vereinsstruktur in Scheidingen.

Ein Gedanke zu „Qua vadis, SuS?

  1. Toller Artikel, Schwede – du hast vollkommen recht!!!
    Wo sind die Spinner?! Ich bin leider keiner (mehr): kein Kneipengänger, Aldikäufer … und wahrscheinlich auch eine Fehlbesetzung 🙁

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